Aktuelles

Der Stilllegungsprozess ist abgeschlossen

Am Freitag, den 21. Juni 2019 sind die letzten Klärschlammanlieferungen eingetroffen und der Klärschlammbunker wurde ein letztes Mal vollständig gefüllt. Am Nachmittag des 25.6. war dann der gesamte Klärschlamm verarbeitet und der Bunker komplett geleert. Die Trocknungsanlagewurde am Dienstag, den 25.6.2019 pünktlich zum Feierabend für immer ausser Betrieb genommen.

letzte Klärschlammanlieferung von der ARA Bibertal-Hegau am 21. Juni

Am Mittwochabend, den 26. Juni ist die letzte Lieferung mit flüssigen Speiseresten von den Abfallbetrieben der Stadt Freiburg im Breisgau eingetroffen. Damit endet eine 7-jährige Zusammenarbeit, die im Juni 2012 mit ersten Gesprächen über die Lieferung von Speiseresten für die Inbetriebnahme der Biogasanlage begonnen hat. Die Erstlieferung erfolgte dann am 23.07.2012. Nur mit der Hilfe der Abfallbetriebe Freiburg war es damals möglich, die Biogasanlage ab August 2012 in Betrieb zu nehmen. Was damals eine Übergangslösung sein sollte entwickelte sich zu einer Dauerlösung mit einer Liefermenge von zuletzt 6'675 Jahrestonnen an hygienisierten Speiseresten. Ohne diese regelmässigen Anlieferungen wäre der erfolgreiche Betrieb der Biogasanlage nicht möglich gewesen. Auf die Abfallbetriebe Freiburg haben wir uns immer verlassen können. Ein herzliches Dankeschön für die super Zusammenarbeit und liebe Grüsse gehen nach Freiburg!

Letzte Lieferung von Speiseresten aus Freiburg am 26. Juni

Die letzten Gärsubstratlieferungen liegen nun hinter uns. Am 5. Juli ist die letzte Lieferung der Recycling Energie mit Speiseresten eingetroffen. Die Recycling Energie AG, die in Nesselnbach die grösste Biogasanlage der Schweiz betreibt, belieferte uns seit März 2015 und war ein stets zuverlässiger Partner, der uns auch in schwierigen Situation unterstützt hat. Die Pink Panther LKW's waren uns immer sehr willkommen. Am 8. Juli haben wir dann die allerletzte Lieferung mit Pektinschlempe für die Biogasanlage abgefertigt. Die in den beiden Vorlagebehältern der Biogasanlage eingelagerten Vorräte reichten noch für 6 Tage Betrieb und in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli waren die Vorräte aufgebraucht und die Fütterungspumpe hat abgestellt.

Anlieferungen von Speiseresten der Recycling Energie AG (Pink Panther LKW) und von Pektinschlempe (grüner Briner LKW)

Mit dem Zurückfahren der Beschickung mit Gärsubstraten ging auch die Stromproduktion im selben Tempo zurück (siehe Diagramm). Daraufhin wurde am 18. Juli der Biogasmotor 1 stillgelegt. Der Biogasmotor 2 war danach nur noch im Intervallbetrieb, und nachdem die Gasproduktion des Gärturms so gering war, dass der Biogasmotor 2 weniger als eine Stunde täglich in Betrieb war, wurde auch er am 29. Juli stillgelegt. Die Anlage wurde danach auf Fackelbetrieb umgestellt, bei dem das wenige im Gärbehälter noch entstehende Biogas verbrannt wird, sobald die Gasblase gefüllt ist.

Anfang August wurde damit begonnen, die Fermenterflüssigkeit des Gärbehälters in den Nachgärer zu pumpen. Dabei wurde der Maximalfüllstand des Gärbehälters von 19 Meter Schritt für Schritt und in Abhängigkeit der Entnahme des Gärrestes aus dem Nachgärbehälter bzw. des aktuellen Düngerbedarfs der Landwirtschaft abgesengt. Anfang September war der Gärbehälter und der Nachgärbehälter leer. In beiden Behältern waren Sandablagerungen vorhanden, die aufwendig ausgeräumt werden mussten. Am 12. September wurde der Gärbehälter mit einem Saugwagen gesäubert und am 24. September wurden die 1 Meter hohen Sandablagerungen aus dem Nachgärbehälter, der im Gegensatz zum Gärbehälter keinen Sedimentaustrag hat, mit einem Saugbagger ausgeräumt. Alle 6 Behälter der Biogasanlge sind jetzt entleert und gesäubert.

Des Weiteren sind wir damit befasst, Anlagenteile abzubauen und wenn möglich zu verkaufen. Das Blockheizkraftwerk bestehend aus zwei Gasmotoren mit Generator und einem Dampfkessel hat bereits einen Käufer gefunden.

Ausräumen des Gärbehälters

Ausräumen des Gärbehälters

Ausräumen des Nachgärbehälters

Stilllegung der Biogas- und Klärschlammtrocknungsanlage

Die Verwaltungskommission des Kläranlageverbandes hat am 15. November 2018 den Beschluss gefasst, die Biogas- und Klärschlammtrocknungsanlage stillzulegen. Die Kommission folgte damit einem bereits am 26. November 2015 gefällten Grundsatzentscheid, wonach die Biogasanlage nur solange weiterbetrieben werden soll, wie sie einen Ertrag abwirft und für den Weiterbetrieb keine weiteren Investitionen benötigt werden. Die Wirtschaftlichkeit des Anlagenbetriebs konnte vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren erreichten Leistungssteigerungen von der Betriebsleitung eindeutig aufgezeigt werden (Ertrag vor Abschreibung), jedoch die laut gewordenen Proteste von Anwohnern über Geruchsbelästigungen in den zurückliegenden heissen Sommermonaten hätten Investitionen erforderlich gemacht.

Ab Juni 2018 wurden im Galgenbuckquartier der Gemeinde Neuhausen immer wieder lästige Gerüche wahrgenommen. Insbesondere nach warmen, windstillen Sommernächten gab es Anwohnerbeschwerden über schlechte Gerüche während den Abendstunden oder frühmorgens. Bei gemeinsamen Quartierbegehungen des Lufthygieneamtes und der KBA Hard konnte als deren Verursacher die Abluft des Klärschlammtrocknungsprozesses identifiziert werden. Eine im November durchgeführte Geruchsmessung im Abluftkamin hat ergeben, dass die Trocknerabluft mit durchschnittlich 5‘000 Geruchseinheiten pro Kubikmeter belastet ist. Bei Geruchsstoffkonzentrationen in diesem Messbereich sind Geruchsimmissionen in der Umgebung wahrscheinlich.

Um die Geruchsstoffe aus der Abluft zu entfernen, wären zusätzliche Abluftbehandlungsschritte notwendig gewesen. Für die damit verbundenen Kosten wollten die Verbandsgemeinden nicht mehr aufkommen, zumal es keine Erfolgsgarantie gab, dass sich mit der Nachrüstung einer zusätzlichen Reinigungsstufe eine ausreichend starke Geruchsminderung hätte erzielen lassen, um das Geruchsproblem im betroffenen Wohnquartier endgültig und dauerhaft lösen zu können.

In der rechten Bildhälfte ist der Abluftkamin der Klärschlammtrocknung zu erkennen.

In der rechten Bildhälfte ist der Abluftkamin der Klärschlammtrocknung zu erkennen.

Die Biogasanlage der KBA Hard ist eine der grössten der Schweiz

Im April 2019 wurde mit 476'505 kWh eine neue Rekordmarke bei der Stromproduktion erreicht. Mit einer jährlichen Brutto-Stromproduktion von 5.2 Millionen Kilowattstunden gehört die Biogasanlage der KBA Hard zu den fünf grössten Biogasanlagen der Schweiz. Die Stromproduktion entspricht dem Strombedarf von 1'300 Haushalten.

Die Biogasanlage der KBA Hard mit Klärschlammtrockner ist eine komplexe verfahrenstechnische Anlage, in der mechanische, biologische und thermische Prozesse ablaufen. In den letzten Jahren hat die KBA Hard die grössten Mühen darauf verwendet, um aus einer in den Jahren 2010 bis 2012 errichteten aber nicht funktionierenden mechanisch-biologischen Abfallanlage eine betriebssichere und funktionstüchtige, technisch und ökonomisch kalkulierbare Biogasanlage mit Klärschlammtrockner aufzubauen. Die Wirtschaftlichkeit der Anlage wird von der Verfügbarkeit und Auslastung des Gesamtprozesses bestimmt. Die Funktionalität und Betriebssicherheit der eingesetzten Technik, eine konstant hohe Abbauleistung des biologischen Prozesses sowie qualifiziertes und motiviertes Personal sind dabei bestimmende Faktoren.

In der Biogasanlage werden 18‘000 Jahrestonnen an Gärsubstraten verarbeitet. 74% dieser Menge sind Speisereste aus Kantinen, der Gastronomie sowie überlagerte, verpackte Lebensmittel der Grossverteiler,dievon spezialisierten Recyclingunternehmen gesammelt und aufbereitet werden, um sie dann als hygienisierte Flüssigsubstrate im Tanklastwagender KBA Hard anzuliefern. 16% sind flüssige Rückstände aus der Lebensmittelindustrie. Zu 10% werden feste Biomasseneingesetzt (Biertreber, Müllereiabfälle, Traubentrester, Bioabfälle aus Haushalten).

Der nach der Vergärung zurückbleibende flüssige Gärrückstand wird im Umkreis von rund 10 km als Flüssigdünger auf die umliegenden Äcker ausgebracht.

Biogasanlage der KBA Hard

Biogasanlage der KBA Hard

Betriebe des Kläranlageverbands

KBA Hard

ARA Röti

MKD Pflumm

MKD Pflumm