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Die Biogasanlage der KBA Hard ist eine der grössten der Schweiz

Mit einer jährlichen Brutto-Stromproduktion von 4.5 Millionen Kilowattstunden gehört die Biogasanlage der KBA Hard zu den fünf grössten Biogasanlagen der Schweiz. Die Anlage benötigt 15‘000 Jahrestonnen an Gärsubstraten, 75% dieser Menge sind hygienisierte Speisereste, die in flüssiger Form mit Tankwagen angeliefert werden. Ergänzend werden 15% flüssige Rückstände der Milchverarbeitung und der Stärke- und Biodieselproduktion vergärt. Die restliche Menge sind feste Grünabfälle (Mähgut, Traubentrester, Biertreber, Bioabfälle aus Haushalten), deren Anteil nach Umbauten am Gärbehälter seit Januar 2017 gesteigert wird. Nach der Vergärung verbleiben ca. 80% der Einsatzmenge als flüssiger Gärrückstand, der im Umkreis von rund 10 km als Flüssigdünger auf die Äcker ausgebracht wird.

Biogasanlage der KBA Hard

Biogasanlage der KBA Hard

Man unterscheidet zwischen industriellen und den landwirtschaftlichen Biogasanlagen. In den industriellen Anlagen werden nach dem Verfahren der Nassfermentation Speisereste aus Kantinen, der Gastronomie sowie überlagerte, verpackte Lebensmittel der Grossverteiler und Rückstände der Lebens- und Futtermittelherstellung verarbeitet. Die Speisereste werden von spezialisierten Recyclingunternehmen gesammelt und aufbereitet, um sie dann entweder in der betriebseigenen Biogasanlage einzusetzen oder als hygienisiertes Flüssigsubstrat im Tanklastzug für andere Biogasanlagen zu vermarkten. Die grösste Biogasanlage der Schweiz in Niederwil-Nesselnbach im Kanton Aargau wird fast ausschliesslich mit Speiseresten betrieben. In der zweitgrössten industriellen Biogasanlage in Rickenbach, Kanton Luzern, wird vorwiegend Milchpermeat vergoren, eine Flüssigkeit mit hohem Gehalt an Milchzucker (Lactose), die nach der Eiweissextraktion aus Magermilch oder Molke zurückbleibt.

Auch die auf dem System der Trockenvergärung basierenden Kompogasanlagen, in denen vor allem die Grünabfälle aus der kommunalen Sammlung vergoren werden, werden zu den industriellen Anlagen gezählt. In diesen Anlagen werden auch verarbeitete Speisereste und andere geeignete Substrate der Lebens- und Futtermittelindustrie zur Vergärung eingesetzt. In der Schweiz sind 24 Anlagen in Betrieb, diejenige mit der höchsten Stromproduktion befindet sich in Villeneuve im Kanton Waadt. Bei einigen grösseren Kompogasanlagen wird das Biogas nach einer Aufbereitung auf Erdgasqualität direkt ins Erdgasnetz eingespeist.

Das Blockheizkraftwerk der Biogasanlage verfügt über zwei Gasmotoren mit je 600 kW elektrischer Leistung

Das Blockheizkraftwerk der Biogasanlage verfügt über zwei Gasmotoren mit je 600 kW elektrischer Leistung

Die landwirtschaftlichen Biogasanlagen werden mit Gülle und Mist betrieben, aber es werden auch Ausschuss der Landwirtschaftsproduktion und ebenso gewerbliche organische Abfälle genutzt, wobei der Anteil dieser sogenannten Co-Substrate nicht mehr als 20% betragen darf, damit der Betreiber den Landwirtschaftsbonus beanspruchen darf, mit dem er für den produzierten Strom eine Vergütung von mehr als 40 Rp./kWh erhält. Im Vergleich dazu haben die industriellen Anlagen Vergütungssätze im Bereich von 20 Rp./kWh. Die grösste landwirtschaftliche Biogasanlage der Schweiz befindet sich in Bure im Kanton Jura.

Die rund 100 schweizerischen Biogasanlagen mit Bezug von kostendeckender Einspeisevergütung (KEV) haben im Jahr 2016 160 GWh Strom produziert (Nettoproduktion), was 0.25% des schweizerischen Landesverbrauchs an Elektrizität entspricht. Es wurden 53 Millionen Franken an die Betreiber ausbezahlt, was einem durchschnittlichen Vergütungssatz von 32.3 Rp./kWh gleichkommt. Der derzeitige Marktpreis (3.5 Rp/kWh) beträgt ein Zehntel dieses Preises .

Blick vorbei am Gasdom des Biogasfermenters in den Klettgau

Blick vorbei am Gasdom des Biogasfermenters in den Klettgau

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MKD Pflumm

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