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Biogasanlage der KBA Hard steht zum Verkauf

Der Kläranlagenverband (KAV) der Gemeinden Schaffhausen, Neuhausen am Rheinfall, Feuerthalen, Flurlingen beabsichtigt, seine Biogasanlage mit Klärschlammtrockner auf dem Areal der KBA Hard (Gemeinde Beringen SH) zu verkaufen. Auch das Grundstück, auf welchem die Anlagen stehen, wird verkauft.

Die zum Verkauf stehenden Anlagen wurden im Jahr 2010 gebaut, im September 2012 wurde die Biogasanlage in Betrieb gesetzt und im Dezember 2014 der Klärschlammtrockner. Das erzeugte Biogas wird mit Gasmotoren (Blockheizkraftwerken) zu erneuerbarer Energie in Form von Strom und Wärme umgewandelt. Die Wärme wird zur Klärschlammtrocknung genutzt. Die Abnahme der Stromproduktion ist mit einem bis ins Jahr 2032 laufenden Abnahmevertrag im Rahmen der kostendeckenden Einspeisevergütung gesichert.

Es wurde ein Bieterverfahren initiiert, das am 19. Dezember 2017 gestartet wurde. Die Frist zur Abgabe von Angeboten endete am Freitag, den 6. April 2018. Es sind zwei Kaufangebote abgegeben worden, die derzeit vom beauftragen Büro Ernst Basler und Partner formell geprüft und ausgewertet werden.

Die Biogasanlage der KBA Hard ist eine der grössten der Schweiz

Mit einer jährlichen Brutto-Stromproduktion von über 5 Millionen Kilowattstunden gehört die Biogasanlage der KBA Hard zu den fünf grössten Biogasanlagen der Schweiz. Die Anlage benötigt 16‘000 Jahrestonnen an Gärsubstraten, 80% dieser Menge sind hygienisierte Speisereste, die in flüssiger Form mit Tankwagen angeliefert werden. Ergänzend werden 13% flüssige Rückstände der Milchverarbeitung und der Stärke- und Biodieselproduktion vergärt. Die restliche Menge sind feste Biomassen (Mähgut, Traubentrester, Biertreber, Bioabfälle aus Haushalten). Der nach der Vergärung zurückbleibende flüssige Gärrückstand wird im Umkreis von rund 10 km als Flüssigdünger auf die umliegenden Äcker ausgebracht.

Biogasanlage der KBA Hard

Biogasanlage der KBA Hard

Die Biogasanlage der KBA Hard ist eine industrielle Anlage, in der nach dem Verfahren der Nassfermentation Speisereste aus Kantinen, der Gastronomie sowie überlagerte, verpackte Lebensmittel der Grossverteiler und Rückstände der Lebens- und Futtermittelherstellung verarbeitet werden. Die Speisereste werden von spezialisierten Recyclingunternehmen gesammelt und aufbereitet, um sie dann als hygienisiertes Flüssigsubstrat im Tanklastzug der KBA Hard anzuliefern.

Das Blockheizkraftwerk der Biogasanlage verfügt über zwei Gasmotoren mit je 600 kW elektrischer Leistung

Das Blockheizkraftwerk der Biogasanlage verfügt über zwei Gasmotoren mit je 600 kW elektrischer Leistung

Im Unterschied zu den industrielle Anlagen werden in landwirtschaftlichen Biogasanlagen vorwiegend Gülle und Mist eingesetzt, daneben auch Ausschuss der Landwirtschaftsproduktion und ebenso gewerbliche organische Abfälle, wobei der Anteil dieser sogenannten Co-Substrate nicht mehr als 20% betragen darf, damit der Betreiber den Landwirtschaftsbonus beanspruchen darf. Damit erzielt eine landwirtschaftliche Anlage gegenüber einer industriellen Anlage eine rund doppelt so hohe Vergütung für den produzierten Strom.

Die rund 100 schweizerischen Biogasanlagen mit Bezug von kostendeckender Einspeisevergütung (KEV) haben im Jahr 2016 160 GWh Strom produziert (Nettoproduktion), was 0.25% des schweizerischen Landesverbrauchs an Elektrizität entspricht.

Blick vorbei am Gasdom des Biogasfermenters in den Klettgau

Blick vorbei am Gasdom des Biogasfermenters in den Klettgau

Betriebe des Kläranlageverbandes

KBA Hard

ARA Röti

MKD Pflumm

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