Baustellenabfälle
Teerhaltiger Strassenaufbruch
Bei der Sanierung des Strassennetzes fallen jedes Jahr grosse Mengen von Strassenaufbruch an. Ein Teil davon ist mit dem Bindemittel Teer belastet. Teer enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Da viele dieser chemischen Verbindungen als wassergefährdend und kanzerogen eingestuft sind, ist es untersagt, teerhaltigen Asphalt wiederzuverwenden, stattdessen muss er deponiert oder thermisch gereinigt werden.
Für Deponien des Typs E gilt ein PAK-Deponiegrenzwert von 250 mg pro kg. In der Abfallverordnung (VVEA) aus dem Jahr 2015 wurde jedoch eine Ausnahmeregelung festgelegt, aufgrund der teerhaltige Strassenbeläge ohne PAK-Limit bis zum 31. Dezember 2025 auf einer Deponie des Typs E abgelagert werden können. Im Februar 2022 wurde diese Frist bis zum 31. Dezember 2027 verlängert.
Bei der thermischen Behandlung des teerhaltigen Asphalts in einem Drehrohr wird der Teeranteil bei einer Temperatur zwischen 850 bis 1000°C verbrannt. Zurück bleibt der mineralische Anteil bestehend aus Kies und Sand, der wieder in der Beton- oder Asphaltproduktion eingesetzt wird. In der Schweiz existiert keine thermische Aufbereitungsanlage für das Recycling von teerhaltigen Strassenbelägen. Die einzigen Anlagen in Europa stehen in den Niederlanden im Hafen von Rotterdam, wo die thermische Behandlung Stand der Technik für die Verwertung teerhaltigen Asphalts ist. Das Land verfügt über nur sehr geringe Mengen an abbaubaren Gesteinsressourcen und muss daher etwa 25 Millionen Tonnen Sand und Kies importieren. Umso attraktiver ist dort das thermische Recycling des Asphalts, da es einen lukrativeren Markt für die bei der thermischen Verarbeitung anfallenden Sekundärbaustoffe gibt.