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Reorganisation des Kläranlageverbands

Medienmitteilung vom 19. Januar 2026

Zukunft von Recycling und Entsorgung in der Region Schaffhausen

Der Kläranlageverband Schaffhausen - Neuhausen - Feuerthalen - Flurlingen soll reorganisiert werden. Künftig soll es zwei eigenständige Organisationen geben: einen Abfallverband und einen Abwasserverband. Die Verwaltungskommission hat der Reorganisation zugestimmt und eine entsprechende Mustervorlage zuhanden der Gemeinden verabschiedet. Diese wird nun in den Gemeinden in den politischen Prozess geschickt.

Der Kläranlageverband Schaffhausen - Neuhausen - Feuerthalen - Flurlingen schaut auf eine lange und bisweilen herausfordernde Geschichte zurück. Heute ist der Kläranlageverband (KAV) betrieblich und finanziell gut aufgestellt. Er erbringt wichtige Leistungen für die Entsorgungssicherheit vieler Gemeinden. Die Betriebe ARA Röti und KBA Hard inkl. Deponie Pflumm leisten einen massgeblichen Beitrag zur professionellen, rechtskonformen und umweltfreundlichen Reinigung von Abwasser bzw. der Entsorgung von Siedlungsabfall und der Verwertung von Wertstoffen.

Der Kläranlageverband funktioniert seit über 60 Jahren weitgehend nach denselben Prinzipien und Strukturen. Um auch für die Zukunft gewappnet zu sein und die anstehenden Herausforderungen erfolgreich meistern zu können, soll die Organisation angepasst werden. Es sollen insbesondere die Strukturen verschlankt, die Beschlussfähigkeit verbessert und die Mitsprache derjenigen Gemeinden gestärkt werden, die bisher nur als Vertragsgemeinden Leistungen des KAV beziehen. Die Stärkung und breitere Abstützung des Verbands entspricht auch den Zielen der kantonalen Abfallplanung, welche die Festlegung von Einzugsgebieten für die langfristige Entsorgungssicherheit vorsieht. Die Verwaltungskommission des Kläranlageverbandes (VK) hat mit Beschluss vom 24. November 2025 nach einem mehrjährigen, partizipativen Prozess die Weichen gestellt. Für die erfolgreiche Umsetzung müssen nun die bisherigen und zukünftigen Verbandsgemeinden der Reorganisation ebenfalls zustimmen.

Künftig zwei eigenständige Verbände

Mit der vorgeschlagenen Reorganisation des heutigen Kläranlageverbands werden die Aufgaben auf zwei eigenständige Verbände aufgeteilt: Der bisherige Verband wird zum Verband «Recycling und Entsorgung Schaffhausen und Umgebung - RESU». Parallel dazu wird der «Abwasserverband Röti» neu gegründet. Mit dieser Neuorganisation werden die Abwasserreinigung und die Abfallbewirtschaftung im mittleren Kantonsteil und der angrenzenden Umgebung langfristig auf eine stabile Basis gestellt. Die organisatorischen Anpassungen bilden die Grundlage für Optimierungen in betrieblicher und wirtschaftlicher Hinsicht. Die Nutzung von Synergien kommt den Gemeinden und der Bevölkerung zugute, welche die Kosten der Abfallentsorgung tragen.

Durch die Aufnahme neuer Mitglieder und die Stärkung der internen Kompetenzen und Befugnisse, werden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um die regionale Abfallentsorgung auch in Zukunft in Eigenverantwortung gemäss den Bedürfnissen der Verbandsgemeinden und den Vorgaben der kantonalen Abfallplanung sicherzustellen. Als zukünftige Mitglieder des Verbands können auch die bisherigeren Vertragsgemeinden über strategische und finanzielle Belange mitentscheiden. Dies gilt für beide Verbände. Auch im Abwasserbereich wird die Zusammenarbeit durch die Integration der bisherigen Vertragsgemeinden gestärkt.

Neubau Blockheizkraftwerk

Im Juli 2014 wurde in der ARA Röti ein BHKW zur Stromproduktion aus dem Klärgas in Betrieb genommen. Es befand sich in einem Container auf dem Dach der Maschinenhalle, was damals als ein provisorischer Standort gedacht war. Das neue BHKW wurde diesmal, wie es bereits vor 10 Jahren vorgesehen war, in einem neuen Gebäude zwischen dem Betriebsgebäude und dem Gasspeicher untergebracht. Am 18. Januar 2024 hat die Kläranlagenkommission diesem Bauprojekt zugestimmt und für diesen Zweck einen Investitionskredit in Höhe von 2.8 Mio. Franken gesprochen. Die Baubewilligung wurde am 11. April 2024 erteilt. Im Oktober war Baustart und am 23. Juli 2025 wurde der neue Motor in Betrieb genommen.

Das neue BHKW-Gebäude wird zwischen Betriebsgebäude und Gasspeicher errichtet. Mit der Hangrodung wurde die Baustelle am 2. Oktober 2024 eröffnet .

Baustelle am 23. Oktober. Zur Bohrung von Felsnägeln wird eine Bohrlafette in Position gebracht.

Baustelle am 15. November 2024. Der Hang wird mit einer Nagelwand gesichert.

Baustelle am 29. November 2024. Die Nagelwand zur Hangsicherung steht.

Der neue Motor auf dem Prüfstand beim Hersteller am 23. April 2025

Der Motor wurde am 10. Juni angeliefert und ins neue Gebäude gehoben.

Die Baustelle am 4. Juli 2025.

22. Juli: Auf dem Dach stehen die Rückkühler. Der Hang dahinter wird wieder mit dem zuvor ausgehobenen Erdreich angefüllt.

22. Juli: Das Baugerüst ist abgebaut. Rechts neben dem Gebäude befindet sich die Klärgasreinigung.

Am 21. Juli wurde bei Arbeitsbeginn das alte BHKW ausser Betrieb genommen. Der erste Motorlauf des neuen BHKW war am 23. Juli um 8:20 Uhr. Am Abend um 17 Uhr wurde mit 330 kW Volllast erreicht.

Am 22. August wurde das alte BHKW vom Dach des Maschinenhauses heruntergeholt.

Bau Solardach

Seit Januar 2022 sind in der Kläranlage zwei Photovoltaikanlagen mit einer gesamthaften Peakleistung von 65 kW in Betrieb. In der Abbildung ist eine dieser Anlagen auf dem Rechenhaus zu sehen. Jährlich produzieren diese Anlagen eine Solarstrommenge von rund 50’000 kWh.

PV-Anlage auf dem Rechenhaus

Zur weiteren Steigerung der Solarstromproduktion bot sich die Möglichkeit an, den Platz der biologischen Reinigung mit einem Solardach zu überspannen. Mit einem örtlichen Stahlbauunternehmen wurde ein Pultdach konzipiert, das mit Modulen aus Verbundsicherheitsglas in dem semitransparente Photovoltaikmodule eingelassen sind, eingedeckt ist. Am 20. Dezember 2023 wurde ein Baugesuch für das Solardach bei der Gemeinde Neuhausen abgegeben, und am 14. März 2024 traf die Baubewilligung ein. Am 9. Januar 2025 war Baustart und am 25. April 2025 wurde das Solardach in Betrieb genommen. Das Solardach hat eine Peakleistung von 290 kW und die Jahresstrommenge wird bei 232'000 kWh liegen.

Die Solardach-Baustelle am 13. Januar 2025

31. Januar 2025: Das Solardach ist zur Hälfte eingedeckt.

19. Februar 2025: Das Solardach ist komplett mit 828 Modulen eingedeckt, die eine Peakleistung von je 350 kW haben.

Die Inbetriebnahme des Solardaches erfolgte am 15. April 2025.

Festveranstaltung am 29. August 2025 zum Abschluss der beiden Bauprojekte Solardach und BHKW.

Anschluss der Gemeinden Büsingen und Dörflingen an die ARA Röti

Im Oktober 2022 haben die Gemeinden Büsingen und Dörflingen einen Anschlussvertrag mit dem Kläranlageverband unterzeichnet, um zukünftig ihr Abwasser in der Kläranlage Röti reinigen zu lassen. Die Kläranlage in Büsingen wurde stillgelegt und an ihrer Stelle wurde ein Pumpwerk gebaut. Des Weiteren war der Bau einer Verbindungsleitung zwischen den Kanalisationsnetzen von Büsingen und der Stadt Schaffhausen erforderlich. Der Rohrleitungsbau begann anfangs Februar. Mitte Juni wurde die Anschlussleitung fertiggestellt. Anschliessend wurde das Pumpwerk gebaut, das am 17. Juli 2025 in Betrieb genommen wurde.

Die Kläranlage Büsingen am Hochrhein

In Büsingen wurde 1978 eine Kläranlage nach dem System Schreiber-Gegenstrombelüftung erbaut. Diese Bauweise besteht aus einem äußeren ringförmigen Belebungsbecken und einem Zentrum angeordneten Nachklärbecken. Dieses kompakte Kläranlagenkonzept war zu seiner Zeit insbesondere für Kleinkläranlagen beliebt und zeigte gute Reinigungsergebnisse, es wird jedoch heute nicht mehr gebaut.

Das Besondere an den Schreiber-Gegenstromkläranlagen war, dass sich die an einem umlaufenden Räumerarm montierte Belüftungseinrichtung mit einer hohen Geschwindigkeit durch den äusseren Kreisring des Rundbeckens bewegte. In der permanent umlaufenden sauerstoffreichen Zone konnte die Nitrifikation ablaufen, während in den unbelüfteten Zonen eine Denitrifikation stattfand. Durch diese intermittierende Art der Belüftung war für die Nitrifikation als auch für die Denitrifikation nur ein Becken erforderlich.

Die Rohrabschnitte für die 1100 Meter lange Druckleitung nach Schaffhausen liegen am 7. Februar vorbereitet auf dem Feld. Im Hintergrund ist die Kläranlage Büsingen zu erkennen.

Auf Stadtgebiet wurde eine Abwasserleitung mit grösserem Durchmesser gebaut, um die zusätzliche Abwassermenge aufnehmen zu können.

Das neue Pumpwerk Büsingen ging am 17. Juli in Betrieb.

Am Abend des 17. Juli 2025 wurde erstmals Abwasser von Büsingen in Richtung der Kläranlage Röti gepumpt. Um dieses Ereignis gebührend zu feiern, haben die beiden Klärmeister der ARA's Röti und Büsingen und der Betriebsleiter des Kläranlageverbandes mit einem Bier angestossen.

Am 14. August 2025 wurde der Abwasseranschluss an die ARA Röti gefeiert. Bürgermeisterin Vera Schraner von Büsingen und Gemeindepräsident Paenti Aellig von Dörflingen vor dem im Afro-Cubano-Stil bemalten Faulturm der Büsinger Kläranlage.

Betriebe des Kläranlageverbandes

ARA Röti

ARA Röti

KBA Hard

KBA Hard

Deponie Pflumm

Deponie Pflumm