Aktuelles
Reorganisation des Kläranlageverbands
Der Kläranlageverband Schaffhausen - Neuhausen - Feuerthalen - Flurlingen wird reorganisiert. Künftig wird es zwei eigenständige Organisationen geben: einen Abfallverband und einen Abwasserverband.
Der Kläranlageverband Schaffhausen - Neuhausen - Feuerthalen - Flurlingen schaut auf eine lange und bisweilen herausfordernde Geschichte zurück. Heute ist der Kläranlageverband (KAV) betrieblich und finanziell gut aufgestellt. Er erbringt wichtige Leistungen für die Entsorgungssicherheit vieler Gemeinden. Die Betriebe ARA Röti und KBA Hard inkl. Deponie Pflumm leisten einen massgeblichen Beitrag zur professionellen, rechtskonformen und umweltfreundlichen Reinigung von Abwasser bzw. der Entsorgung von Siedlungsabfall und der Verwertung von Wertstoffen.
Der Kläranlageverband funktioniert seit 70 Jahren weitgehend nach denselben Prinzipien und Strukturen. Um auch für die Zukunft gewappnet zu sein und die anstehenden Herausforderungen erfolgreich meistern zu können, wird die Organisation angepasst. Es soll insbesondere die Mitsprache derjenigen Gemeinden gestärkt werden, die bisher nur als Vertragsgemeinden Leistungen des KAV beziehen. Als zukünftige Mitglieder des Verbands können auch die bisherigeren Vertragsgemeinden über strategische und finanzielle Belange mitentscheiden. Die Verwaltungskommission des Kläranlageverbandes hat mit Beschluss vom 24. November 2025 nach einem mehrjährigen, partizipativen Prozess die Weichen gestellt. Mit der vorgeschlagenen Reorganisation des heutigen Kläranlageverbands werden die Aufgaben auf zwei eigenständige Verbände aufgeteilt: Der bisherige Verband wird zum Verband «Recycling und Entsorgung Schaffhausen und Umgebung - RESU». Parallel dazu wird der «Abwasserverband Röti» neu gegründet.
Mittlerweile wurden in allen 11 Gemeinden, die der Kläranlage Röti angeschlossenen sind, die Abstimmungen durchgeführt. Sowohl die Verbandsgemeinden als auch alle Vertragsgemeinden haben der Neugründung des Abwasserverbands Röti rechtskräftig zugestimmt. Der neue Abwasserverband wird - die Genehmigung durch die Regierungsräte vorausgesetzt - seinen Betrieb per 1. Januar 2027 aufnehmen. Die erste Delegiertenversammlung findet am 18. Januar 2027 statt.
Neubau Blockheizkraftwerk
Im Juli 2014 wurde in der ARA Röti ein BHKW zur Stromproduktion aus dem Klärgas in Betrieb genommen, das in einem Container auf dem Dach der Maschinenhalle untergebracht war. Nach 10 Jahren ununterbrochenem Betrieb musste der Motor ersetzt werden. Für das neue BHKW wurde ein neues Gebäude zwischen dem Betriebsgebäude und dem Gasspeicher erbaut. Im Oktober 2024 war Baustart und am 23. Juli 2025 wurde der neue Motor in Betrieb genommen.
Solardach
Seit Januar 2022 sind in der Kläranlage zwei Photovoltaikanlagen mit einer gesamthaften Peakleistung von 65 kW in Betrieb. Jährlich produzieren diese Anlagen eine Solarstrommenge von rund 50’000 kWh. Zur weiteren Steigerung der Solarstromproduktion bot sich die Möglichkeit an, den Platz der biologischen Reinigung mit einem Solardach zu überspannen. Mit einem örtlichen Stahlbauunternehmen wurde ein Pultdach konzipiert, das mit Modulen aus Verbundsicherheitsglas, in dem semitransparente Photovoltaikmodule eingelassen sind, eingedeckt ist. Am 20. Dezember 2023 wurde ein Baugesuch für das Solardach bei der Gemeinde Neuhausen abgegeben, und am 14. März 2024 traf die Baubewilligung ein. Am 9. Januar 2025 war Baustart und am 25. April 2025 wurde das Solardach in Betrieb genommen. Das Solardach ist komplett mit 828 Modulen eingedeckt, die eine Peakleistung von je 350 Watt haben. Die Gesamtleistung des Solardachs summiert sich somit auf 290 kWp und es wird eine Jahresstrommenge von 300'000 kWh produziert.
Anschluss der Gemeinden Büsingen und Dörflingen an die ARA Röti
Im Oktober 2022 haben die Gemeinden Büsingen und Dörflingen einen Anschlussvertrag mit dem Kläranlageverband unterzeichnet, um zukünftig ihr Abwasser in der Kläranlage Röti reinigen zu lassen. Die Kläranlage in Büsingen wurde stillgelegt und an ihrer Stelle wurde ein Pumpwerk gebaut. Des Weiteren war der Bau einer Verbindungsleitung zwischen den Kanalisationsnetzen von Büsingen und der Stadt Schaffhausen erforderlich. Der Rohrleitungsbau begann anfangs Februar. Mitte Juni wurde die Anschlussleitung fertiggestellt. Anschliessend wurde das Pumpwerk gebaut, das am 17. Juli 2025 in Betrieb genommen wurde.
Die Kläranlage Büsingen am Hochrhein
In Büsingen wurde 1978 eine Kläranlage nach dem System Schreiber-Gegenstrombelüftung erbaut. Diese Bauweise besteht aus einem äußeren ringförmigen Belebungsbecken und einem Zentrum angeordneten Nachklärbecken. Dieses kompakte Kläranlagenkonzept war zu seiner Zeit insbesondere für Kleinkläranlagen beliebt und zeigte gute Reinigungsergebnisse, es wird jedoch heute nicht mehr gebaut.
Das Besondere an den Schreiber-Gegenstromkläranlagen war, dass sich die an einem umlaufenden Räumerarm montierte Belüftungseinrichtung mit einer hohen Geschwindigkeit durch den äusseren Kreisring des Rundbeckens bewegte. In der permanent umlaufenden sauerstoffreichen Zone konnte die Nitrifikation ablaufen, während in den unbelüfteten Zonen eine Denitrifikation stattfand. Durch diese intermittierende Art der Belüftung war für die Nitrifikation als auch für die Denitrifikation nur ein Becken erforderlich.
