Aktuelles

Inbetriebnahme Gasfassung Stapelbehälter

Der bei der Abwasserreinigung anfallende Klärschlamm wird in einen Betonbehälter (Faulturm) mit einem Fassungsvermögen von 2‘700 Kubikmeter unter Luftabschluss gefault. Das dabei entstehende Faulgas mit einem Methangehalt von 62% wird in einem Gasmotor zur Strom und Wärmeproduktion eingesetzt. Nach einer mittleren Aufenthaltszeit von 20 Tagen wird der ausgefaulte Klärschlamm in einem zweiten, baugleichen Betonbehälter (Schlammstapel) gespeichert. In diesem Schlammstapelbehälter kommt jedoch der Gärprozess nicht sofort zum Erliegen, es findet noch eine Nachgärung statt, bei der zusätzliches Methan entsteht. Der Schlammstapel war bislang geöffnet, so dass das Methan in die Atmosphäre entweichen konnte.

Durch eine gasdichte Abdeckung des Schlammstapelbehälters wird jetzt das bei der Nachfaulung entstehende Klärgas aufgefangen. Dadurch wird die Emission des gegenüber Kohlendioxid 25-fach stärker klimawirksamen Methans verhindert und das erfasste Methan kann dem vorhandenen Gasmotor für die Strom- und Wärmeproduktion zugeführt werden.

Am 8. Dezember 2016 ging das Klimaschutzprojekt in Betrieb. Die Auswertung des ersten vollständigen Monats Januar 2017 hat gezeigt, dass die dem Gasmotor zugeführte Klärgasmenge um 12% gesteigert werden konnte. Absolut entspricht dies einer Erhöhung der Gasmenge aus der Klärschlammfaulung um 8780 Kubikmeter. Auf Methangas umgerechnet sind das 3894 kg Methan in einem Monat bzw. 46.7 Tonnen Methan im Jahr. Da eine Tonne Methan in seiner Klimawirksamkeit 25 Tonnen CO2 entspricht, sind die verhinderten Methanemissionen gleichwertig mit der Emission von 1‘170 Tonnen CO2 pro Jahr. Mit dieser einfachen Massnahme ist es gelungen, die Klimabilanz der Kläranlage Röti deutlich zu verbessern und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz in der Schweiz zu leisten.

Vor dem Umbau: Stapelbehälter mit geöffneter Abdeckung, Methan konnte in die Atmosphäre entweichen

Nach dem Umbau: geschlossener Stapelbehälter mit neuer Gashaube, links an der Betonmauer verläuft die Gasleitung.

Anschluss der Thurgauer Gemeinde Schlatt an die ARA Röti

Die Gemeinde Schlatt hat am 1. Oktober 2013 ein Gesuch für den Anschluss ihrer Schmutzwasserkanalisation an das Entwässerungssystem der ARA Röti des Kläranlageverbandes gestellt. Der Grund dafür war der Sanierungsbedarf der eigenen ARA Paradies, die 1982 in Betrieb genommen wurde und nach 34 Jahren Betriebszeit erneuert werden musste. Zudem wäre ein Ausbau mit weiteren Reinigungsstufen erforderlich gewesen, um die heutigen Anforderungen an die Abwasserreinigung erfüllen zu können. Variantenabklärungen haben gezeigt, dass ein Anschluss an die ARA Röti des Kläranlageverbands für die Gemeinde Schlatt langfristig kostengünstiger ist. Die ARA Röti verfügt über genügend ungenutzte Reinigungskapazität, um das Abwasser der 1647 Einwohner der Gemeinde Schlatt reinigen zu können. Darüber hinaus war eine Stilllegung der kleine ARA Paradies auch aus Sicht des Gewässerschutzes sinnvoll, denn der kleine Petribach und das Naturschutzgebiet Petribucht werden entlastet, ebenso die Bäder entlang des Rheinufers.

Für den Anschluss an die ARA Röti musste eine 1.3 km lange Verbindungsleitung von der ARA Paradies bis zum Kanalisationsnetz der Verbandsgemeinde Feuerthalen gebaut werden. Der Bau der Leitung begann im Herbst 2015 und konnte im April 2016 abgeschlossen werden. Anschliessend wurde in der ARA Paradies eine neue Pumpstation gebaut, mit der seit dem 18. August 2016 das Abwasser der Gemeinde Schlatt in das Leitungsnetz der ARA Röti gepumpt wird. Seither werden in der ARA Röti die Abwässer aus drei Kantonen (Schaffhausen, Zürich und Thurgau) gereinigt.

Die ARA Paradies wird nur noch als Pumpstation genutzt

Betriebe des Kläranlageverbandes

ARA Röti

ARA Röti

KBA Hard

KBA Hard

MKD Pflumm

MKD Pflumm