Deponie-Sickerwasser

Sickerwasserqualität

Das aus dem Deponiekörper austretenden und über die Drainagesysteme gefasste Sickerwasser ist je nach Art der Abfälle und Alter der Ablagerungen unterschiedlich stark mit Schadstoffen belastet. Diese Schadstoffbelastung erlaubt es nicht, das Sickerwasser ohne Vorreinigung direkt in ein Gewässer zu leiten. In der Tabelle sind die Konzentrationen der wichtigsten Inhaltsstoffe und der Schwermetalle im Deponiesickerwasser aufgeführt.

Parameter

Konzentration

 

Schwermetalle

Konzentration

GUS

11 mg/L

 

Arsen

0.02 mg/L

CSB

135 mg/L

 

Antimon

0.06 mg/L

TOC

48 mg/L

 

Blei

0.01 mg/L

NH4

36 mg/L

 

Cadmium

0.007 mg/L

NO3

11 mg/L

 

Chrom

0.02 mg/L

Cl

4000 mg/L

 

Kupfer

0.14 mg/L

PFAS

0.023 mg/L

 

Nickel

0.07 mg/L

pH

8

 

Zink

0.12 mg/L

Sickerwasserbehandlung bis 2014

Bis November 1991 wurde das auf der Deponie anfallende Sickerwasser bei trockener Witterung wieder auf der Deponiefläche ausgebracht (Sickerwasserkreislaufführung). Wenn bei nasser Witterung die Sickerwassermenge zu hoch war, wurde der Wasserüberschuss mit Tankwagen zur Kläranlage Röti gefahren. Dieses Vorgehen konnte jedoch bei zunehmender Deponiefläche und damit anwachsendem Sickerwasseranfall nicht mehr befriedigen. Der Kläranlageverband entschloss sich daher, eine Reinigungsanlage zu bauen, mit der das anfallende Deponiesickerwasser vor Ort soweit gereinigt werden konnte, dass eine direkte Einleitung in den Vorfluter (Krebsbach) ermöglicht wurde.

Im Jahr 1991 wurde eine Sickerwasserreinigungsanlage sowie ein Betriebsgebäude erbaut, in dem zudem Sozialräume, eine Werkstatt und ein Wasserlabor untergebracht wurden. Das Kellergeschoss des Gebäudes wurde als Auffangbecken mit einem Inhalt von 400 m3 ausgestaltet. Ende 1991 wurde dann die neue Sickerwasserreinigungsanlage der Deponie Pflumm in Betrieb genommen. Diese Anlage arbeitete nach dem Prinzip der Umkehrosmose und war 21 Jahre in Betrieb. Sie wurde im Oktober 2012 abgeschaltet, da zu diesem Zeitpunkt die technisch aufwendige Anlage mit einem hohen personellen Aufwand permanent überwacht werden musste und der Anlagenbetrieb zudem hohe Energiekosten verursachte. Danach wurde das Sickerwasser bis August 2014 mit Tanklastwagen zur KBA Hard gefahren, von wo aus es zur ARA Röti gepumpt wurde.

Deponiehaus, das für die Sickerwasserreinigung erbaut wurde.

Deponiehaus, das für die Sickerwasserreinigung erbaut wurde.

Sickerwasserbehandlung nach 2014

Im Jahr 2014 hat sich der Kläranlageverband für den Bau einer 3,2 km langen Deponiewasserleitung zwischen der Deponie Pflumm und dem Kanalisationsnetz der Gemeinde Schleitheim entschlossen, um das Sickerwasser fortan in der Kläranlage Schleitheim reinigen zu lassen. Am 28. August 2014 wurde erstmalig Sickerwasser über diese Leitung in die Kanalisation Schleitheim eingeleitet. Mit der Inbetriebnahme der Deponiewasserleitung realisierte der Kläranlageverband eine nachhaltige und wegweisende Lösung zur Reinigung des aus der Deponie Pflumm austretenden Sickerwassers.

Betriebe des Kläranlageverbandes

Deponie Pflumm

Deponie Pflumm

ARA Röti

ARA Röti

KBA Hard

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